Mehr Oscars, mehr Glamour, mehr Datenanalyse
In Teil 2 unserer zweiteiligen Datenstory wechseln wir die Perspektive und visieren mit unserer Datenanalyse-Software disy Cadenza Film-Lieblinge und Regie-Rekorde an.
Nur noch wenige Tage, dann findet die Oscar-Verleihung 2026 in Los Angeles statt. Höchste Zeit, noch mehr über die Historie des begehrtesten Filmpreises Hollywoods zu erfahren. Nachdem wir im ersten Teil die erfolgreichsten Schauspielerinnen und Schauspieler der Oscar-Geschichte in den Fokus gerückt haben, wechseln wir in Teil 2 die Perspektive. Denn neben den Schauspieler:innen stehen vor allem auch die Filme und Regisseure im Mittelpunkt.
Wir fragen uns: Welche Regisseur:innen waren besonders erfolgreich? Was sind die siegreichsten Filme? Wie steht es dabei um die Gleichberechtigung von Frauen? Und lassen sich Muster erkennen, die einem Film besonders gute Chancen auf den Gewinn des Preises „Best Picture“ verschaffen?
In dieser Datenstory stellen wir uns folgende Fragen:
- Welche Persönlichkeiten der Filmgeschichte sind die „Greatest of All Time“ im Kontext der Oscars?
- Welche Regisseure zählen zu den erfolgreichsten in der Oscar-Geschichte, gemessen an Nominierungen und gewonnenen Auszeichnungen?
- Welche Filme gehören zu den erfolgreichsten aller Zeiten bei den Oscars und wie hoch ist jeweils ihre Gewinnquote?
- Wie schneiden Oscar-prämierte Filme im Bechdel-Test ab?
- Gibt es ein erkennbares Erfolgsrezept für den Gewinn des Oscars in der Kategorie „Best Picture“?
Gewinner- und Nominierungs-GOATS
Es geht direkt mit noch mehr Superlativen weiter. Während es in Teil 1 um beste Schauspielerinnen und Schauspieler ging, schauen wir uns jetzt im disy Cadenza-Dashboard (Abbildung 1) die „GOATs“ an. GOAT steht als Akronym für „Greatest of All Time”. Wir suchen in unseren Daten nach den Besten der Besten. Insgesamt gibt es in jedem Jahr 23 Kategorien. 2026 kommt eine weitere Kategorie „Bestes Casting“, hinzu. Es gibt also ein hohes Gewinnpotenzial.
Die Spitzenreiter über alle Oscar-Kategorien hinweg sind die beiden Filmstudios Walt Disney und Metro-Goldwyn-Mayer (MGM). Am häufigsten gewann Disney mit 22 Oscars, während MGM 12-mal gewann. Bei den Nominierungen liegt wiederum MGM vorne mit 64 Nominierungen, Disney folgt mit 59.
Die Schauspiel-GOATS sind nach den bisherigen Erkenntnissen keine Überraschung: Bei den Gewinner:innen führt Katharine Hepburn, gefolgt von Daniel Day-Lewis, Meryl Streep und weiteren Größen. Bei den Nominierungen sticht Meryl Streep heraus: Sie wurde unglaubliche 21-mal nominiert. Die Zweitplatzierten, Jack Nicholson und Katharine Hepburn, kommen „nur“ auf 12 Nominierungen.
Rampenlicht für die Regie
Wir bleiben mit der eingefärbten Tabelle aus Abbildung 2 bei großen Namen und blicken wie bei einem Kameraschwenk auf die Menschen, die hinter der Kamera stehen. An der Spitze der Top-Regisseur:innen steht John Ford mit vier gewonnenen Oscars bei insgesamt fünf Nominierungen. Die Legende Clint Eastwood kommt mit vier Nominierungen auf zwei Auszeichnungen.
Als unangefochtener „Nominierungskönig“ gilt jedoch William Wyler: Er wurde zwölfmal nominiert, gewann den Oscar allerdings „nur“ dreimal.
Einer der wohl bekanntesten Regisseure und ein wahrer Dauerbrenner ist Steven Spielberg. In den letzten zwei Jahrzehnten wurde er ganze neunmal nominiert und zweimal ausgezeichnet. Ein klarer Beleg für seine konstante Präsenz bei den Oscars.
Auffällig: Es handelt sich hierbei offenbar um eine echte Männerdomäne. In der Liste der Top-Regisseur:innen tauchen kaum Frauen auf.
Doch die Daten zeigen auch: Viele Nominierungen bedeuten nicht automatisch viele Preise. Martin Scorsese etwa kommt auf zehn Nominierungen, aber nur einen Gewinn – ein Beispiel für hohe Erwartungen, die oft unerfüllt bleiben.
Die erfolgreichsten Filme aller Zeiten
Manche Filme räumen bei den Oscars alles ab, andere gehen trotz zahlreicher Nominierungen leer aus. In Abbildung 3 sehen wir, dass „Ben-Hur“, „Titanic“ und „The Lord of the Rings: The Return of the King“ mit jeweils 11 Auszeichnungen zu den größten Gewinnern zählen.
Auf der anderen Seite gibt es die enttäuschten Favoriten: „Emilia Pérez“ erhielt 13 Nominierungen, gewann aber nur zwei Oscars. Noch härter traf es „A Complete Unknown“, der achtmal nominiert war und keinen Preis erhielt.
Bei den Nominierungen stehen drei Filme mit je 14 Nominierungen besonders heraus: „All About Eve“, „La La Land“ und „Titanic“. Insgesamt wurden 12 Filme 13-mal nominiert, darunter Klassiker wie „Forrest Gump“ (1995), „From Here to Eternity“ (1954) und auch „Oppenheimer“ (2024).
Welche Filme waren prozentual die Abstauber des Abends?
Filme mit 100 % Gewinnquote gab es viele – insgesamt 581. Die meisten hatten aber nur eine Nominierung. Um die herausragenden Gewinner zu identifizieren, entfernen wir Filme mit nur ein oder zwei Nominierungen temporär aus der Analyse per Filter. Übrig bleiben nur noch neun Filme, die ihre Chancen voll ausgenutzt und jede Nominierung in einen Oscar verwandelt haben: Unter anderem The Lord of the Rings: The Return of the King (11/11), Gigi (9/9), The Last Emperor (9/9). Ben-Hur liegt mit 11 von 12 Gewinnen bei einer 92-prozentigen, Titanic mit 11 von 14 bei 79-prozentigen Gewinnquote.
Während Titanic und The Lord of the Rings „nur“ den Oscar für den Besten Film erhielten, räumte Ben-Hur das volle Programm ab: Bester Film, Bester Haupt- und Nebendarsteller. Zu sehen ist das alles im Dashboard aus Abbildung 4.
Gleichberechtigung: Oscar-Lieblinge im Bechdel-Test
Jetzt nehmen wir die Oscar-Gewinner der letzten 20 Jahre mit dem Bechdel-Test genauer unter die Lupe.
Der Bechdel-Test prüft, wie Frauen in Filmen repräsentiert sind. Ein Film besteht den Test, wenn
- mindestens zwei benannte Frauen vorkommen,
- die miteinander sprechen
- und zwar über etwas anderes als einen Mann.
In Abbildung 5 zeigt sich ein gemischtes Bild: 13 von 21 Gewinnern bestehen, acht fallen durch – darunter auch der aktuelle Gewinner aus dem Jahr 2023, „Oppenheimer“, der die Prüfung nicht besteht.
Drama, Baby, Drama! Das Erfolgsrezept für „Best Picture“
Jetzt fragen wir uns: Wie lautet eigentlich heutzutage das Erfolgsrezept, um einen Oscar abzustauben? Dazu betrachten wir wieder die Gewinner der letzten 20 Jahre (Abbildung 6).
Die Oscars bevorzugen das ernste Fach: 82 % der Nominierten sind (teilweise) Dramen, bei den Gewinnern liegt der Anteil sogar bei 100 %. Auch die Filmlängen zeigen ein Muster: Die meisten Filme dauern zwischen 120 und 140 Minuten, der Durchschnitt liegt bei 127 Minuten.
Damit sind wir auch schon am Ende unserer Oscar-Datenstorys. Wir hoffen, unsere Oscar-Analyse mit disy Cadenza hat Ihnen gefallen und Lust auf mehr gemacht. Mit aufgefrischtem Oscar-Wissen kann nun die nächste Verleihung kommen. Wir geben Ihnen auch ein kleines Cheat-Sheet an die Hand: Mit unserem Übersichts-Dashboard können Sie dank Master-Detail und Controller-Sicht mühelos durch alle Jahre und Jahrzehnte springen und erhalten dabei jederzeit alle wichtigen Informationen auf einen Blick.
Wir wünschen viel Spaß beim Daumendrücken für Ihren persönlichen Favoriten!